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Dienstag, 21. Oktober 2008

Konzept „AAAA-Restverkehr“ für Oberfranken

Die Ausschreibung für das „oberfränkische Dieselnetz“ wurde von der Benex Gmbh gewonnen. Zum Bestbieter in den Augen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft wurde die Firma dank des Konzepts, den Passagieren deutlich weniger Platz anzubieten als in einem Standardlinienbus.

Regioshuttle-Grundriß

Grundriß eines normal bestuhlten „Regioshuttle“. Anklicken führt zu einer größeren Version der Zeichnung.

Stadlers „Regioshuttle“ ist derzeit der brauchbarste Dieseltriebwagen für aufkommenschwache Nebenstrecken. Er wird üblicherweise mit 66 Sitzplätzen plus 5 Klappsitzen bestuhlt, und verfügt über eine rollstuhlgängige Toilette. Die Außenbreite liegt 35 cm über der eines Standardlinienbusses, wobei die Außenwände aufgrund der Fachwerkkonstruktion des Wagenkastens dicker sind als die des Busses.

Benex will seine Fahrzeuge mit 101 Sitzplätzen versehen. Dies bedeutet kürzere Sitzabstände und 2+3-Bestuhlung. Die Sitzbreite wird unter der eines Linienbusses liegen.

Regioshuttle der Freiberger Eisenbahn

Andere Betreiber des „Regioshuttle“ werden nur hoffen können, daß der schlechte Ruf nicht von Benex auf sie abfärbt.

In der Verkehrsplanung unterscheidet man die Reisenden in „Captives“ und „Non-Captives“. „Captives“ sind jene, denen nichts anderes übrigbleibt, als den öffentlichen Verkehr zu benutzen. Man muß nicht lange überlegen, um zu wissen, für wen die BEG das oberfränkische Dieselnetz vorgesehen hat: Wenn selbst ein Renault Twingo dramatisch höheren Komfort bietet als die Eisenbahn, fällt die Wahl nicht schwer – denen, die eine Wahl haben.

Mit der Übergabe an Benex werden diese Linien zum AAAA-Restverkehr: Auszubildende, Alte, Arme und Arbeitslose werden die „Kunden“ sein, die man so behandeln kann.