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Dienstag, 26. Mai 2009

Ansaldo Breda liefert dänische IC4 mit sechs Jahren Verspätung, zahlt 300 Millionen Euro Konventionalstrafe

Die dänische Staatsbahn wollte ab 2003 neue, 200 km/h schnelle Dieseltriebzüge in Verkehr bringen. Die Lieferung sollte 2006 abgeschlossen sein. Das Problem dabei: Der „Bestbieter“ Ansaldo Breda war bis heute nicht in der Lage, die Züge in bahnfester Form zu liefern. Im Mai 2008 stellte die DSB dem Hersteller das Ultimatum, binnen Jahresfrist mindestens 14 Züge zu liefern, die einzelfahrend und ungekuppelt einsatzfähig sind, außerdem mindestens einen Zug, der auch in seiner Elektronik kuppelbar ausgeführt ist. Vor einer Woche erstattete man dem dänischen Parlament Bericht über Erfolg und Mißerfolg. Diesen Bericht machte die DSB auch in englischer Übersetzung im Netz zugänglich.

Aus dem Bericht geht hervor, daß Ansaldo Breda die Züge auch annähernd sechs Jahre nach dem ursprünglichen Termin nicht mängelfrei liefern konnte. Die DSB sind aber der Auffassung, daß speziell der letztgelieferte Zug als Basis für eine Serienproduktion dienen könne, aus der mit Nacharbeit funktionierende Züge erzeugt werden könnten.

Die Einigung mit Ansaldo Breda lautet, daß die restlichen Züge 2010 - 2012 geliefert werden, der Hersteller ca. 300 Millionen Euro Konventionalstrafe zahlt, und für die neuen Liefertermine rigidere Sanktionen vereinbart wurden. Mehr als ein Drittel der von Ansaldo Breda gezahlten Strafe soll für die Verbesserung der gelieferten Züge in Werkstätten der DSB aufgewandt werden.